Hans M.•vor 4 Tagen Bei Veranstaltungen, die den gesamten Marktplatz beanspruchen und den südlichen Innradweg unterbrechen, soll künftig vor Beginn der Veranstaltung eine durchgehend befahrbare, klar beschilderte und möglichst vom motorisierten Verkehr getrennte Umleitung für den Radverkehr eingerichtet werden.Der südliche Innradweg ist eine der wichtigsten durchgängigen Alltagsverbindungen für den Innsbrucker Radverkehr. Wird die Route am Marktplatz gesperrt, endet die sichere Radverbindung derzeit abrupt. Radfahrende müssen entweder absteigen oder auf die Fahrbahn der B171 ausweichen, obwohl dort in diesem Abschnitt keine geschützte Radverkehrsanlage vorhanden ist. Dass dieses Problem regelmäßig bei Veranstaltungen auftritt, wurde bereits 2025 sowohl von der Radlobby Tirol als auch vom ORF thematisiert (siehe: https://tirol.orf.at/stories/3317779/ & https://www.radlobby.at/2025-08/radlobby-tirol-kritisiert-sperre-der-wichtigsten-radroute-am-marktplatz).Die Ausweichroute über die B171 ist insbesondere in den Wintermonaten problematisch. Die Straße ist stark durch Pkw-, Liefer- und Linienverkehr belastet. Bei Dunkelheit, schlechter Witterung und eingeschränkter Sichtbarkeit entstehen vermeidbare Gefahren – besonders für Kinder, ältere Menschen, weniger routinierte Radfahrende und Personen mit Lastenrädern oder Kinderanhängern.Konkreter VorschlagBei jeder Veranstaltung, die den Radweg am Marktplatz vollständig oder teilweise unterbricht, sollte die Veranstaltungsbewilligung ein verbindliches Radverkehrskonzept enthalten. Dieses sollte mindestens Folgendes vorsehen:
eine durchgehend befahrbare und möglichst kurze Ersatzroute,
eine klare Beschilderung bereits vor Erreichen der Sperre und an jeder Kreuzung der Umleitungsstrecke,
eine sichere Führung ohne ungeschützten Wechsel in den Fließverkehr der B171,
ausreichende Beleuchtung und Sichtbarkeit während der Abendstunden,
eine rechtzeitige Veröffentlichung der Umleitung auf den städtischen Informationskanälen und in digitalen Routenplanern.
Vorrangig sollte geprüft werden, ob am Rand der Veranstaltungsfläche ein ausreichend breiter, geschützter Korridor für den Radverkehr freigehalten werden kann. Ist dies nicht möglich, sollte eine temporär abgetrennte Radspur eingerichtet oder eine verkehrsarme Parallelroute beschildert werden. Für den konkreten Bereich wurde bereits vorgeschlagen, vorhandene Fahrbahnflächen beziehungsweise eine zusätzliche Abbiegespur zeitweise für eine geschützte Radführung zu nutzen.Die alleinige Aufforderung „Radfahrer absteigen“ ist keine angemessene Lösung für eine wichtige Alltagsroute. Auch der eigene Leitfaden der Stadt Innsbruck sieht vor, möglichst alle Fahrbeziehungen für den Radverkehr aufrechtzuerhalten und Schiebestrecken zu vermeiden. Ist eine Verbindung nicht mehr befahrbar, soll eine Umleitung angeboten und durch Beschilderung oder Bodenmarkierungen kommuniziert werden. Diese Vorgaben wurden zwar für Baustellen entwickelt, sollten als städtischer Sicherheitsstandard sinngemäß auch bei Veranstaltungsflächen gelten (vgl. Landeshauptstadt Innsbruck, Amt für Tiefbau 2020: Führung des Radverkehrs im Baustellenbereich).Andere Städte zeigen, wie dies praktisch umgesetzt werden kann:
Linz: Bei einer Veranstaltung am Donauradweg wurden konkrete Umleitungsstrecken verordnet. Sämtliche Kreuzungen der Ersatzroute mussten mit Umleitungsschildern für den Radverkehr gekennzeichnet werden.
Wien: Die Stadt veröffentlicht gesperrte Hauptradrouten einschließlich der genauen Ersatzstrecken und der Dauer der Umleitung auf einer zentralen Informationsseite.
Innsbruck: Bei der Mühlauer Brücke wurde eine Radumleitung von der Stadt selbst als vorbildliche Umsetzung ihres Sieben-Punkte-Programms für eine sichere Radverkehrsführung bezeichnet.
Ziel des Vorschlags ist nicht, Veranstaltungen am Marktplatz einzuschränken. Veranstaltungen und eine sichere, alltagstaugliche Radverbindung müssen jedoch gemeinsam möglich sein. Eine wichtige Verkehrsroute sollte nicht ersatzlos unterbrochen werden , insbesondere dann nicht, wenn die einzige spontane Alternative auf eine stark befahrene Straße ohne geschützte Radführung führt.