David Kleinhans•vor 1 Jahr Sehr geehrte Damen und Herren,mein Name ist David Kleinhans und ich arbeite als diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger an der Universitätsklinik Innsbruck. Aufgrund privatem sowie beruflichem Interesse an dem Themen Hitze, Klimawandelfolgen und Klimaschutz möchte ich hier ein paar Punkte zur Hitzeprävention für Innsbruck nennen:Umgestaltung der Stadt und Wohngebieten in Richtung einer „Schwammstadt“. Schwammstadt meint, dass fallender Niederschlag bei Starkregen möglichst lange zurückgehalten wird, bevor er in die Kanalisation und/oder die Bäche und Flüsse abfließt. Dadurch sollen Hochwasserspitzen gedämpft werden und hilft auch bei den im Sommer immer häufiger auftretenden Wärmeinseln im Inneren der Stadt. Maßnahmen zur Implementierung eines Schwammstadtkonzepts sind: Gründächer mit ausreichender Substratgrundlage, durch Regenwasserzisternen, durch Mulden im Gelände, durch Zwischenspeicherung in Rigolen, durch ausreichend vorhandene Vegetation, usw. Die Stadt Wien nutzt bereits solche Konzepte.Umsetzung von Entsiegelungs- und Begrünungsmaßnahmen, z.B. Bepflanzen von Stadtbäumen, Vertikale Begrünung, begrünte Straßenbahnschienen, begrünte Bus/Bahnhaltestellendächer (könnte mit dem Aussetzen von Wildblumen auch noch die Biodiversität und dem Insektenschutz dienen, positive Erfahrungsberichte aus den Niederlanden oder Hamburg) : Vor allem Hitzeinseln wie der Marktplatz müssen entsiegelt und begrünt werden!Förderung von Dachbegrünungen, Fassaden sowie fassadennahe Bepflanzung zur Verringerung der Aufheizung der Gebäudehülle.Helle Dachfarben wählen, die Sonnenstrahlen reflektieren.Sonnenschutzsysteme: Installation von Jalousien, Rollos, Lamellenstores und Markisen, idealerweise mit automatischer Steuerung nach dem Sonnenverlauf in öffentlichen Gebäude.Einsatz von Spezialglas bei großen Glasflächen welche Hitze und Sonneneinstrahlung reduzieren. Sonnenschutzverglasung oder Anbringen von Sonnenschutzfolien auf Fensterscheiben.Aufbau von PV-Anlagen über Parkplätzen welche zu Stromproduktion führt und Schatten spendet, Förderung für PV-Anlagen für Parkplatzbesitzer.Erhalt von Frischluftschneisen: Berücksichtigung bei Bau- und Entwicklungsprojekten zur Verbesserung der Luftzirkulation.Sehr wichtig ist außerdem die Prävention von Hitzeerkrankungen, welche in den letzten Jahren in Europa stark zugenommen haben und enorme Kosten und Arbeitsaufwand für das Gesundheitssystem verursachen:Installation von Wasserspendern, Brunnen und Nebelsprühern im öffentlichen Raum: Vor allem an vielbesuchten Orten und Straßen (Landhausplatz, Marktplatz, Maria-Theresien-Straße).Schaffung von Schattenplätzen durch Bäume oder Sonnensegel."Wassertropfen"-Aktion: Geschäfte und Betriebe bieten kostenloses Trinkwasser zum Auffüllen von Flaschen an heißen Tagen an.Aufstellen von gratis Sonnencreme -Spender zum Schutz vor UV Strahlung, eine wichtige Präventionsmaßnahme zum Schutz vor Hautkrebs.Klimatisierte Einkaufszentren, Gemeindehäuser und Kirchen werden für die Bevölkerung als Cooling Centers – auch über Nacht – geöffnet oder es sind öffentlich zugänglich klimatisierte Räume mit Sitz- und Liegemöglichkeiten eingerichtet.Gratis Eintritt in Schwimmbädern, Badeseen während Hitzewellen.Verbesserte Edukation der Bevölkerung: Hitzeschutz und Klimaschutz soll Pflichtgegenstand in Innsbrucker Schulen (Grundschule, Volksschule, Gymnasium, Neue-Mittelschulen, höhere Schulen) werden! Informationsmaterial in jedem öffentlichen Gebäude. Schulung für Gesundheitspersonal, Rettungsbedienstete und Feuerwehrpersonal für das richtige Verhalten während Hitzewellen.Ich hoffe ich konnte einen kleinen Beitrag zu einer lebenswerten und gesunden Stadt Innsbruck beitragen und hoffe auf viele neue und helfende Maßnahmen zum Hitzeschutz in Innsbruck.Mit freundlichen GrüßenDavid Kleinhansdavidkleinhans@gmx.at