Plauderbänke für mehr Begegnung im Stadtleben
Von "Deine Ideen für psychische Gesundheit"
Zum Projekt
Hinweis: Diese Idee haben wir analog erhalten und digitalisiert
Ratschbankerl Innsbruck
Was sind Ratschbankerl?
Eine einfache, aber wirkungsvolle soziale Initiative gegen Einsamkeit und für mehr nachbarschaftliche Begegnung im öffentlichen Raum.
Das Prinzip: Eine gewöhnliche Sitzbank wird mit einem gut sichtbaren Schild als Ratschbankerl gekennzeichnet. Wer sich dort niedersetzt, signalisiert damit: "ich bin offen für ein Gespräch." Ohne Programm und Anmeldung einfach hinsetzen und plaudern.
Das Konzept hat sich in zahlreichen Gemeinden bewährt, darunter München (25 Bänke), Garmisch-Partenkirchen (38 Bänke)Klagenfurt, Feldkirchen und Althofen. In Tirol gibt es bislang noch kein vergleichbares Projekt, Innsbruck könnte eine Vorzeigefunktion übernehmen.
Wie werden die Bänke etabliert?
Phase 1: Begleiteter Start (1-6 Monate)
Die Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, ein Schild alleine genügt nicht, um anfängliche Hemmschwellen zu überwinden. Deswegen ist eine aktiv begleitete Anlaufphase sinnvoll. Ratsch-Pat:innen können dabei unterstützen. Ehrenamtliche Begleiter:innen sitzen zu fixen Zeiten an der Bank und laden zum Gespräch ein, nicht als professionelle Begleitung, sondern als menschlicher Eisbrecher.
- Fixe Zeiten kommunizieren (z.B. Mittwochs 10 - 12 Uhr ist eine Person da
- Kleine Erklärtafeln an der Bank mit QR-Code zur Initiative
- Optionale Gesprächskarten als Eisbrecher
- Monatliches Feedback-Treffen der Pat:innen zur Qualitätssicherung
- Pressearbeit zum Projektstart für mehr Bekanntheit in der Bevölkerung
Phase 2: Selbstläufer (ab Monat 7)
Nach einer erfolgreichen Anlaufphase kann das Ratschbankerl zum selbstständigen Treffpunkt werden. Voraussetzung ist, dass die Bank in der Nachbarschaft wirklich bekannt ist und eine positive Ersterfahrung besteht. Die Pat:innen können dann seltener vor Ort sein.
- Erweiterung auf weitere Stadtteile nach dem Pilotprojekt
- Weinbindung von Schulen, Vereinen und Pflegeeinrichtungen
- Jährlich kleine Veranstaltungen z.B. Tag des Ratschens zur Sichtbarkeit
Ideen für Standorte in Innsbruck
Orte mit natürlicher Frequenz und Verweilcharakter, wo Menschen sowieso langsamer werden. Es könnte mit 2-3 Bänken ein Pilot gestartet werden. Nach einem erfolgreichen Stark können dann weitere Bänke dazukommen.
Pilotstandorte:
- Hofgarten: beliebt zum Spazieren, verschiedene Generationen, große Sichtbarkeit
- Markthalle: Lebendiger Ort mit Stammpublikum, Begegnungskultur vorhanden
- Rapoldipark: dich bewohnter Stadtteil, viele Senior:innen, Familien und Personen mit Hunden, echte Nachbarschaft abseits von Tourismus
Ausbaustandorte:
- Eduard-Wallnöfer-Platz: zentral mit symbolwirkung, gut für mediale Aufmerksamkeit
- Wiltener Platzl: Samstagsmarkt kann genutzt werden, lokale Stammkundschaft, dörflicher Charakter
- Triumphpforte - Maria-Theresien-Straße: viel ältere Bevölkerung beim Stadtspaziergang, Einkaufsmeile, Sichtbarkeit
- Saggen - Innpromenade: ruhiger, grüner Stadtteil, winige Senior:innen, täglicher Spazierweg am Inn
- Caritas Heiliggeiststraße
Struktur mit Träger:innen und Partner:innen
Es braucht einen klaren Rahmen der Organisation. Caritas hat das in anderen Bundesländern schon implementiert und hat Netzwerke mit Ehrenamtlichen. Die Stadt Innsbruck könnte institutionell unterstützen. Das Rote Kreuz, lokale Pfarrgemeinden und die Nachbarschaftshilfe Innsbruck könnten mit ihrem Ehrenamtsnetzwerk unterstützen. Die Kommunikation können alle beteiligten Einrichtungen übernehmen, um möglichst viele Personen zu erreichen.
