Sillzwickel
Das Objekt befindet sich in der General-Eccher-Straße 1 im Stadtteil Reichenau. Zur künstlerischen Gestaltung ausgeschrieben wird die nördliche Außenwand des Kanu- und Kajakclubheims.
Im unmittelbaren Umfeld befinden sich ein gemütlich gestalteter Aufenthaltsbereich, Fuß- und Radwege, der Inn sowie die Tiflisbrücke.
Dem Thema Wasser kommt diesem Standort eine besondere Bedeutung zu: Das Gebäude beherbergt Wassersportvereine, zudem mündet in unmittelbarer Nähe die Sill in den Inn. Die Lage ist somit stark durch die Flusslandschaft und den Wassersport geprägt.

Alle wichtigen Infos im Überblick
Phasen
Umsetzung
Das Design wird umgesetzt und gestaltet. Bis Anfang August 2026 soll das Kunstwerk beim Sillzwickel fertig sein!
Dieser Entwurf hat gewonnen:
„Tuff & Gneis - im Fluss der Schichten" von Ramona Ruf und Philipp Meschik

Über die Künstler:innen
Wir, Ramona und Philipp, sind Masterstudenten der Architektur an der Universität Innsbruck. Für uns ist „die Stadt“ weit mehr als ein Konvolut von Gebäuden und Infrastruktur. Sie ist ein hochkomplexes Geflecht, das unsere Bewegungen, Stimmungen und sozialen Interaktionen sowohl bewusst als auch unterbewusst lenkt und aktiv beeinflusst.
In unseren Entwürfen, Diskussionen und Vorlesungen spielt die Wahrnehmung und Gestaltung des öffentlichen Raumes eine zentrale Rolle. Die Möglichkeit einen gezielten, visuellen Eingriff in das Stadtbild Innsbruck vornehmen zu können ist für uns sehr reizvoll, da wir das bestehende Gebäude durch unsere Gestaltung erweitern und in einen Dialog mit seiner Umgebung setzen können.
Was steckt hinter dem Entwurf?
Der Sillzwickel ist geprägt von Dynamik, Übergang und sportlicher Nutzung. Er bildet die Schnittstelle zwischen Naturraum und dem urbanen Gefüge Innsbrucks, sowie zwischen Inn und Sill. Das Kunstwerk greift diese besondere Situation auf und übersetzt sie in eine Erzählung, die den Ort und seine übergeordnete Bedeutung als Bindeglied reflektiert.
Im Zentrum der Gestaltung stehen zwei Kanuten*, die über ihren gemeinsamen Sport freundschaftlich verbunden sind und für Teamgeist und Zusammenhalt stehen. Ihre Boote orientieren sich farblich an den Stadtwappen der Partnerstädte Innsbruck und Tiflis und bewegen sich aufeinander zu. Die Kanutin passiert gerade erfolgreich eine Engstelle, während sich der Kanute durch eine Stromschnelle hindurcharbeitet. Diese Dynamik zeigt die Kraft und die Herausforderungen der Sportart, die auch immer wieder im Miteinander auftauchen. Sie verleihen dem Kanu Center Innsbruck eine kraftvolle Identität, die den Zusammenhalt und die gemeinsame Bewegung betont.
Die bestehenden Elemente des Kanucenters werden bewusst einbezogen: Die runden Fenster werden zu Stromschnellen und Strudeln; die Gebäudeform nimmt Bezug auf den natürlichen Breitenverlauf der Sill, die an dieser Stelle in den Inn mündet. So entsteht eine Symbiose aus Naturraum, Bestand und künstlerischer Intervention.
Die Farbgestaltung basiert auf den unterschiedlichen Materialitäten beider Städte, die fließend ineinander übergehen. Auf der Seite der Tiflisbrücke orientiert sich die Gestaltung am georgischen Tuffstein. Dieses vulkanische Gestein prägt Tiflis durch warme Farbtöne von Beige und Gelb bis hin zu rötlichen Nuancen. In Richtung Stadtzentrum verändert sich das Gestein zu ortstypischem Gneis, das prägende Gestein der Sill. Mit seinen schwarzen bis silbrigen Bänderungen bringt er die kühle, alpine Farbwelt ein und verankert das Werk lokal.
Text von Ramona und Philipp

