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Straßen neu denken: Asphalt aufbrechen – überbreite Flächen entsiegeln

Von "Hitzeaktionsplan"

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Viele Straßen haben sehr viel mehr Asphalt, als nötig wäre. Besonders an Kreuzungen, in breiten Fahrbahnbereichen und an überdimensionierten Abbiegespuren wird viel versiegelte Fläche verschenkt, die anders genutzt werden könnte. Diese überflüssigen Asphaltflächen tragen zur Überhitzung bei, fördern zu hohe Fahrgeschwindigkeiten und machen Straßen unattraktiver für Fußgänger*innen und Radfahrende.

Wo Fahrbahnen breiter sind als notwendig, sollte der überflüssige Asphalt entfernt und durch Grünflächen ersetzt werden. Selbst dort, wo Infrastruktur wie Leitungen unter der Straße liegt, sind Begrünungen möglich: mit Flachwurzlern, Bodendeckern oder entsiegelten Versickerungsflächen. Schafft Kühlungseffekte, bessere Luft und mehr Aufenthaltsqualität. An Stellen ohne Leitungskonflikte sind sowieso Bäume, wie hier so oft erwähnt, die beste Möglichkeit, den Straßenraum und das Stadtklima aufzuwerten.

Weiters könnten viel mehr begrünte Fahrbahneinengungen, die Fahrbahn punktuell verschmälern und so für Entsiegelung beitragen und gleichzeitig für eine natürliche Temporeduktion im Individualverkehr sorgen. Innsbruck hat hier viel Potential, das erfasst werden muss.

Außerdem kann weitere Entsiegelung im Nahbereich bei Radwegen entstehen: Begrünte bauliche Trennung zwischen Radweg und Fahrbahn kann zudem die Sicherheit für Radfahrende deutlich erhöht werden. Statt nur auf Markierungen zu setzen, schafft ein schmaler bepflanzter Streifen mit niedrigem Grün oder Sträuchern eine klare Abgrenzung zwischen Rad- und Autoverkehr. Autofahrende halten automatisch mehr Abstand, während die Begrünung zusätzlich Lärm reduziert, Feinstaub filtert und das Mikroklima verbessert. Besonders entlang stark befahrener Straßen ist das eine einfache, aber wirkungsvolle Maßnahme.

Schmalere Fahrbahnen wirken sich zudem direkt auf das Fahrverhalten aus. Engere Straßen erzeugen automatisch ein subjektives Gefühl, das Autofahrende dazu bringt, langsamer zu fahren. So kann Tempo reduziert werden, ohne dass zusätzliche Schilder, Verordnungen oder bauliche Maßnahmen wie Bodenschwellen nötig sind. Gleichzeitig könnten durch Umnutzung wertvolle Flächen für Radwege entstehen, breitere Gehsteige oder Aufenthaltsorte.

Anmerkung: Besonders nach einem frischen Schneefall zeigt sich immer sehr deutlich, wie viel Asphalt unnötig ist. Der unberührte Schnee macht sichtbar, wo tatsächlich gefahren wird – und wo nur hitzespeichernde Flächen liegen, die niemand nutzt. Ein guter Zeitpunkt, um das Problem zu dokumentieren.

Es braucht dringend eine systematische Erfassung aller überdimensionierten Verkehrsflächen, um zielgerichtet Umgestaltungsmaßnahmen zu planen und umzusetzen. Ein detaillierter Bestands- und Potentialplan, der ungenutzte oder überbreite Straßenabschnitte, Kreuzungsflächen und mögliche Begrünungszonen erfasst, bietet die Grundlage für eine effiziente Flächenoptimierung und eine langfristige, nachhaltige Stadtentwicklung.

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Letztes Update: 4. Juni 2025

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