Hallo Stephanie!
Vielen Dank für deine Zeit und das konstruktive Gespräch am 16.02.2026 gemeinsam mit dem Amt für Tiefbau und den Innsbrucker Verkehrsbetrieben.
Wie vereinbart, möchten wir dir die wesentlichen Inhalte des Termins in Bezug auf deinen Vorschlag nochmals schriftlich zusammenfassen.
1. Aktueller Stand in Österreich und Europa
Derzeit gibt es in österreichischen Städten weder eingebaute noch in Testung befindliche Systeme dieser Art. Auch konkrete Planungen liegen aktuell nicht vor.
Die bislang eingesetzten Systeme wurden – sofern überhaupt – ausschließlich bei Querungsstellen bzw. Überfahrten verwendet, nicht jedoch bei längsbefahrenen Strecken.
Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe stehen hierzu im europaweiten Austausch mit verschiedenen Herstellern. Bislang konnte jedoch kein technisch ausgereiftes und dauerhaft überzeugendes System identifiziert werden.
2. Einschätzung der vorgeschlagenen Gummiprofile (Polymerfüllungen)
Die von dir vorgeschlagenen Gummiprofile (Polymerfüllungen) für die Spurrillen von Straßenbahnschienen sind grundsätzlich technisch umsetzbar.
Allerdings zeigen die bisherigen Erfahrungen – insbesondere aus Zürich und Basel – kein eindeutig positives Bild. In Zürich wurde der entsprechende Versuch inzwischen wieder eingestellt.
3. Auswirkungen auf den Straßenbahnbetrieb
Unabhängig vom gewählten System ist festzuhalten, dass sämtliche Konstruktionen negative Auswirkungen auf den Betrieb der Straßenbahn haben können. Dazu zählen insbesondere:
- hohe Herstellungskosten
- ein erhöhter Aufwand in der laufenden Instandhaltung
Zudem sind derartige Konstruktionen nicht im Bereich von Sonderbauformen mit erhöhtem Unfallrisiko einsetzbar (z. B. Weichenanlagen, Kreuzungen etc.).
4. Grundsätzliche planerische Bewertung
Aus den oben genannten Gründen sehen wir derzeit kein einsatzfähiges und betrieblich überzeugendes System.
Bei der gemeinsamen Nutzung von Gleisanlagen und Radwegen besteht grundsätzlich ein Zielkonflikt. Nach heutigem Stand sind beide Funktionen technisch und betrieblich nur schwer beziehungsweise nicht zufriedenstellend miteinander kombinierbar.
Künftig wird daher bei Planungen verstärkt darauf geachtet, die beiden Funktionen – wenn möglich – räumlich getrennt umzusetzen.
Wir bitten um Verständnis, dass dein Vorschlag aus den genannten Gründen derzeit nicht umgesetzt werden kann, hoffen aber weiterhin auf gute Vorschläge von dir!
Viele Grüße!
Sicher radeln, trotz Straßenbahnschienen
Von "Du hast einen Vorschlag?"
Zum Projekt
Anliegen
Um weitere schwere Unfälle und vermeidbare Verletzungen zu verhindern, sollten gefährliche Kreuzungsstellen zwischen Radwegen und Straßenbahnschienen gesichert werden. Mittlerweile gibt es vielfach bewährte Gummiprofile, welche die Spurrille von Straßenbahnschienen ausfüllen, um das Einklemmen von Fahrradreifen zu verhindern. Diese sollten zumindest an den Hauptunfallorten angebracht werden, so dass Radfahrende, Kinderwägen und Fußgängerinnen und Fußgänger keinen Gefahren mehr ausgesetzt sind, während Straßenbahnbetrieb und Verkehrsdurchlässigkeit erhalten bleiben.
Begründung
- Technisch verfügbare Lösungen erlauben eine sichere Abdeckung oder Füllung der Schienenrillen an Unfallhotspots, ohne den Straßenbahnbetrieb einzuschränken.
- Eine bauliche Adaptierung der Straßenbahnschienen in der Innsbrucker Innenstadt würde maßgeblich zur Erhöhung der Sicherheit für bisher gefährdete Radfahrer:innen beitragen. Derzeit berichten viele von riskanten Situationen und schweren Stürzen im Bereich der Gleise – ein Umstand, der dem Anspruch der Stadt, radfahr- und öffi-freundlich zu sein, deutlich widerspricht.
- Aus Sorge um ihre Sicherheit wählen zahlreiche Radfahrende bewusst längere und umständlichere Umwege, um die Schienen zu meiden – ein klarer Hinweis auf den dringenden Handlungsbedarf.
- Eine sichere und durchdachte Infrastruktur würde nicht nur bestehende Radler:innen schützen, sondern auch neue Nutzer:innen zum Umstieg auf das Fahrrad motivieren.
- Präventive Maßnahmen schützen vulnerable Verkehrsteilnehmende, reduzieren Rettungseinsätze und entlasten Gesundheits- und Rettungssysteme.
Forderungen
- Erstellung einer priorisierten Unfallkarte für schienennahe Gefahrenpunkte in der Innsbrucker Innenstadt (entsprechende Daten sollten an der Innsbrucker Klinik vorhanden sein).
- Pilotprojekt: Anwendung von geprüften Polymerfüllungen an den meistgefährdeten Kreuzungen
- Evaluation des Pilotprojekts und transparente Veröffentlichung der Ergebnisse
- Ausweitung der Maßnahmen auf weitere identifizierte Gefahrenstellen basierend auf Ergebnissen und Kriterienkatalog.
- Einbindung von Fahrradverbänden, Anwohnerinnen und Anwohnern sowie dem Verkehrsunternehmen in Planung und Umsetzung
Offizielle Updates
Letztes Update: 25. Februar 2026
Veröffentlicht am 25. Februar 2026-Letzte Bearbeitung am 25. Februar 2026
Hallo Stephanie,
vielen Dank nochmal für deinen Vorschlag! Wir möchten dich jetzt gerne zu einem persönlichem Gespräch gemeinsam mit den Innsbrucker Verkehrsbetrieben und dem Amtsvorstand für Tiefbau einladen, um deinen Vorschlag zu diskutieren. Du hast dann auch nochmals die Möglichkeit, deinen Vorschlag nochmals kurz vorzustellen. Wir melden uns per E-Mail bezüglich einer Terminkoordination!
Viele Grüße!
Veröffentlicht am 13. Jänner 2026
Hallo Stephanie,
herzlichen Glückwunsch – dein Vorschlag hat die erforderliche Anzahl an Stimmen erreicht! Wir besprechen deine Idee nun mit den zuständigen Stellen im Magistrat. Dies kann ein paar Wochen dauern. Wir hoffen auf dein Verständnis.
Nach einer internen Abstimmung werden wir dich über die weitere Vorgehensweise zu deinem Vorschlag informieren und ein neues Update hier veröffentlichen.
Bis dahin alles Gute und viele Grüße,
Team Bürger:innenbeteiligung
Veröffentlicht am 20. Oktober 2025
Kommentare
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beantwortet
Der Vorschlag wurde bearbeitet und offiziell beantwortet.
129 Stimmen von 80 erforderlichen Stimmen
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