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Pop-Up-Radweg zum Hauptbahnhof: Raum statt Risiko

Von "Du hast einen Vorschlag?"

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Der Innsbrucker Hauptbahnhof ist das zentrale Mobilitätsdrehkreuz Tirols. Täglich frequentieren ihn tausende Menschen. Dennoch fehlt bis heute eine sichere, durchgängige Radverkehrsanbindung in diesem sensiblen Raum.

Entgegen der häufig kolportierten Annahme handelt es sich beim Südtiroler Platz nicht um eine klassische Durchzugsstraße, sondern um einen stark frequentierten städtischen Raum. Der Anteil des nicht-motorisierten Verkehrs – also Fuß- und Radverkehr – ist hier signifikant. Dieser Nutzungsmix verlangt nach einer anderen, zeitgemäßen Gestaltung des öffentlichen Raums.

Wir ersuchen daher um eine Planung einer getrennten Radverkehrsführung entlang vom Südtiroler Platz über die Brixner Straße zum Boznerplatz und über die Brunecker Straße Richtung Sillpark/Stadtbibliothek – idealerweise in einem wissenschaftlich begleiteten Testbetrieb über acht Monate, um belastbare Zahlen zur Verkehrsverlagerung zu generieren.

Die Behauptung, eine Reduktion von Fahrspuren sei hier nicht möglich, weil der Kfz-Verkehr angeblich nicht verlagert werden könne, ignoriert grundlegende Erkenntnisse der Verkehrsplanung: Verlagerungspotenziale entstehen nur dann, wenn attraktive Alternativen geschaffen werden. Wo sichere Radinfrastruktur fehlt, kann auch kein Wechsel vom Auto aufs Fahrrad und weiter mit der Bahn stattfinden. Ein Prinzip, das in vielen europäischen Städten bereits erfolgreich umgesetzt wurde.

Solange sichere Infrastrukturen fehlen – wie mehrere schwere Unfälle der letzten Jahre schmerzlich belegen –, bleiben sowohl die angestrebte Verkehrsverlagerung als auch glaubwürdige Klimaschutzmaßnahmen auf struktureller Ebene wirkungslos.

Die Stadt muss dem gestiegenen Radverkehrsanteil der letzten Jahre gerecht werden und die Voraussetzungen für nachhaltige Mobilität jetzt schaffen. Die diskutierte Ost-West-Unterführung zwischen Anzengruberstraße und Heiliggeiststraße ist frühestens ab 2033 denkbar – und selbst diese würde keine Verbindung in die Innenstadt zum Boznerplatz oder Richtung Norden (Dreiheiligen, Pradler Saggen, Reichenau, Saggen, Mühlau, etc.) schaffen.

Gerade im Bereich des Hauptbahnhofs ist die Stärkung des Radverkehrs keine optionale Maßnahme, sondern eine verkehrspolitische Notwendigkeit. Es geht nicht um Ideologie, sondern um zukunftsfähige und alltagstaugliche Verkehrsentwicklung – gemeinsam können wir zeigen, dass verlässliche Infrastruktur für den Radverkehr weder Verzicht noch Verlust bedeutet, sondern einen Gewinn an verkehrstechnischer Effizienz, Sicherheit und Lebensqualität.

Mit freundlichen Grüßen

Offizielle Updates

Letztes Update: 13. Oktober 2025

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Themen

Nachhaltige Entwicklung
Mobilität
Öffentliche Räume und Gebäude
Sicherheit