Awareness-Schulungen zu Psychosen für Personal im Gesundheits- und Sicherheitswesen
Von "Deine Ideen für psychische Gesundheit"
Zum Projekt
1. Ausgangslage & Motivation
In jüngster Vergangenheit hat die mediale Berichterstattung zu tragischen Vorfällen gezeigt, dass in Österreich Menschen in psychotischen Ausnahmezuständen oft nicht als medizinische Notfälle erkannt werden. Stattdessen werden sie als Sicherheitsrisiko eingestuft oder ignoriert. Wenn Personal in Krankenhäusern (Pforten, Notaufnahmen) oder Sicherheitsbedienstete (MÜG, privates Sicherheitspersonal in städtischen Einrichtungen) nicht geschult ist, führt dies zu:
- Fehlbedienung von Notfallsituationen.
- Unnötiger körperlicher Gewaltanwendung durch Unwissenheit.
- Lebensgefährlichen Situationen für Betroffene und Beteiligte und unklare Rechtslage für das Personal.
2. Die Zielsetzung
Ziel ist die Etablierung verpflichtender Basis-Schulungen, um Symptome einer Psychose (Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Desorientierung) von gewöhnlichem Fehlverhalten zu unterscheiden. Fokus liegt auf:
- Erkennen: Frühwarnzeichen identifizieren.
- Kommunikation: Deeskalierende Ansprache statt Konfrontation.
- Schutz: Einleitung korrekter medizinischer Ketten statt rein repressiver Maßnahmen.
3. Konkrete Maßnahmen & Umsetzung
Um dieses Ziel zu erreichen, schlage ich folgende Schritte vor:
- Curriculum-Entwicklung: Zusammenarbeit mit Expert:innen der Psychiatrie Innsbruck und lokalen NGOs (z. B. Pro Mente), um praxisnahe Kurzkurse zu erstellen.
- Multiplikatoren-Modell: Ausbildung von „Awareness-Beauftragten“ innerhalb der MÜG (Mobile Überwachungsgruppe) und in den Innsbrucker Sozialen Diensten (ISD).
- Standard Operating Procedures (SOPs): Erarbeitung von Handlungsleitfäden für das Personal, wie bei Verdacht auf eine Psychose vorzugehen ist (z. B. Reizreduktion, Beizug des psychosozialen Krisendienstes).
4. Wie die Stadt Innsbruck unterstützen kann
Die Stadt Innsbruck kann hier als Vorreiterin und Koordinatorin agieren:
- Finanzierung & Vergabe: Die Stadt kann Schulungen als Voraussetzung in die Verträge mit privaten Sicherheitsdienstleistern aufnehmen, die für städtische Einrichtungen (z. B. Rathausgalerien, Parks, Heime) arbeiten.
- Vernetzung: Organisation eines runden Tisches zwischen Polizei, MÜG, Rettungsdiensten und der Psychiatrie, um Schnittstellenprobleme abzubauen.
- Ressourcen: Bereitstellung von Räumlichkeiten und Budget im Rahmen des Aktionsplans für psychische Gesundheit.
